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Flandern setzt auf Innovation im energieeffizienten Anbau von Paprika unter Glas

Steigende Energie‑ und Betriebskosten stellen den flämischen Unterglas‑Gartenbau vor große Herausforderungen. Hohe Gaspreise und teure mineralische Düngemittel belasten besonders energieintensive Kulturen und verstärken den Ruf nach nachhaltigen Lösungen.

Gleichzeitig erfordert die von der Agentur für Landwirtschaft und Fischerei angestrebte Energietransition für den Zeitraum 2030/2050 eine deutliche Reduzierung der CO₂‑Emissionen und der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.

Laufende Projekte zeigen, dass die technologische Transformation des Unterglas‑Gartenbaus bereits weit vorangeschritten ist. Durch die intelligente Kombination von Energieeffizienz, Kreislaufansätzen und digitaler Klimasteuerung lassen sich Emissionen und Kosten zugleich senken. Damit entstehen praxistaugliche Lösungen, die den Betrieben Planungssicherheit geben und den Weg in eine klimafreundliche, wettbewerbsfähige Zukunft ebnen.

Mit dem flämisch-niederländischen Interreg-Projekt Energlik werden praxisnahe Lösungen entwickelt, um den Gaseinsatz in Gewächshäusern deutlich zu senken – ohne Einbußen bei Ertrag und Wirtschaftlichkeit. Aufbauend auf dem früheren Glitch-Projekt liegt der Fokus auf energieeffizienten Anbautechniken für den modernen Unterglas-Gartenbau. Zu den beteiligten flämischen Partnern zählen die Versuchsanstalt Proefstation voor de Groenteteelt, das Proefcentrum Hoogstraten, die Universität Gent, die Hochschule Thomas More sowie das Forschungsinstitut ILVO.

Paprika aus Flandern stehen exemplarisch für eine hochmoderne, energieeffiziente Produktion im Unterglasanbau.
Foto: © VLAM 

Ein zentraler Ansatz ist die CO₂‑Abscheidung aus Abgasen von Blockheizkraftwerken (BHKW). Das abgeschiedene und gereinigte CO₂ wird gezielt im Gewächshaus eingesetzt, wodurch Effizienz und Rentabilität verbessert werden.   Insbesondere bei höheren Außentemperaturen, wenn kaum Heizbedarf besteht, lässt sich der Gaseinsatz auf diese Weise deutlich senken.

Weitere Innovationen betreffen den Einsatz von Energieschirmen, die sowohl tagsüber als auch nachts genutzt werden. Diese kombinieren eine hohe Isolationsleistung mit ausreichender Lichtdurchlässigkeit und reduzieren Wärmeverluste im Gewächshaus. Zudem wird die aktive Entfeuchtung mittels Dampfwärmepumpen weiter entwickelt. Sie ermöglicht eine präzise Kontrolle der Luftfeuchtigkeit, senkt das Risiko von Pilzkrankheiten und verhindert gleichzeitig unnötige Wärmeverluste, da die Lüftungsfenster öfter geschlossen bleiben können.

Nachtschirme mit speziellen Folien tragen dazu bei, den Energieverlust im Gewächshaus zu reduzieren

Nachtschirme mit speziellen Folien tragen dazu bei, den Energieverlust im Gewächshaus zu reduzieren
Foto: © Consortium Energlik 

Moderne Sensortechnologien sorgen für eine kontinuierliche Überwachung des Klimas im Gewächshaus. Durch die frühzeitige Erkennung von Pilzsporen kann der Krankheitsdruck in Echtzeit beurteilt und die Klimasteuerung gezielt angepasst werden.

An der Universität Maastricht werden im Rahmen des Energlik-Projektes Sensoren zur Messung des Sporendrucks entwickelt.

An der Universität Maastricht werden im Rahmen des Energlik-Projektes Sensoren zur Messung des Sporendrucks entwickelt.
Foto: © Consortium Energlik 

Parallel dazu wird im Projekt Hermest untersucht, wie rückgewonnene Nährstoffe in der Gewächshausproduktion praktisch eingesetzt werden können. Ziel ist es, den Bedarf an mineralischen Düngemitteln – und damit auch an Erdgas – zu reduzieren und Kosten für die Betriebe zu senken. Die Anwendung wird derzeit unter anderem im Tomatenanbau getestet, ist aber grundsätzlich auf alle geschützten Kulturen übertragbar.

Die Ergebnisse zeigen: Technologische Innovationen machen es zunehmend möglich, die Abhängigkeit von Erdgas im Unterglasgartenbau zu verringern. Damit eröffnen sich technisch realisierbare und wirtschaftlich tragfähige Perspektiven für eine nachhaltige Zukunft der flämischen Unterglas-Erzeugung.

Nähere Informationen unter: Nachhaltigkeit geht alle an | Obst und Gemüse aus Flandern 

Ihre Meinung zählt:
👉 Nehmen Sie jetzt an der kurzen Umfrage zur Nachhaltigkeit in der Gemüseerzeugung teil:
Zur Umfrage: https://surveys.profactsresearch.com/wix/p792213200878.aspx?Source=13 .

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